Glücksspiel ist Unterhaltung, keine Einnahmequelle
Glücksspiel sollte ausschließlich als Freizeitunterhaltung betrachtet werden. Ergebnisse sind zufallsabhängig und können nicht verlässlich vorhergesagt oder kontrolliert werden. Es gibt keine Strategie, die einen sicheren Gewinn gewährleistet.
Planen Sie einen Spielhallenbesuch deshalb wie eine andere kostenpflichtige Freizeitaktivität: Legen Sie vorher fest, wie viel Zeit und Geld Sie dafür einsetzen möchten, und betrachten Sie diesen Betrag als Teil Ihres Freizeitbudgets.
Glücksspiel eignet sich nicht zur Finanzierung von Lebenshaltungskosten, zum Aufbau eines regelmäßigen Einkommens oder zur Lösung finanzieller Probleme.
Setzen Sie persönliche Grenzen
Eine klare Grenze hilft dabei, spontane Entscheidungen zu reduzieren. Bestimmen Sie vor Beginn des Spielens einen festen Geldbetrag und eine feste Zeitspanne. Ändern Sie diese Grenzen nicht während des Spielens.
- Definieren Sie ein maximales Freizeitbudget.
- Nehmen Sie nur den Betrag mit, den Sie tatsächlich einsetzen möchten.
- Planen Sie eine feste Endzeit für den Besuch.
- Machen Sie Pausen, besonders bei längeren Aufenthalten.
- Beenden Sie das Spielen, sobald eine vorher festgelegte Grenze erreicht ist.
Eine Grenze erfüllt ihren Zweck nur, wenn sie auch nach Gewinnen oder Verlusten eingehalten wird.
Kontrollieren Sie Ihre Spielzeit
Beim Spielen kann das Zeitgefühl in den Hintergrund treten. Prüfen Sie deshalb regelmäßig die Uhrzeit und vermeiden Sie sehr lange, ungeplante Aufenthalte. Nutzen Sie nach Möglichkeit Erinnerungen oder feste Termine, die das Ende des Besuchs markieren.
Wenn Glücksspiel zunehmend andere Aktivitäten verdrängt, etwa Familie, Arbeit, Schlaf, Sport oder soziale Kontakte, ist das ein wichtiges Signal, die eigene Spielzeit kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls eine längere Pause einzulegen.
Spielen Sie nur mit frei verfügbarem Geld
Verwenden Sie ausschließlich Geld, das nach allen notwendigen Ausgaben frei verfügbar ist. Mittel für Miete, Lebensmittel, Energie, Versicherungen, Kredite, Unterhalt oder andere Verpflichtungen gehören nicht in ein Glücksspielbudget.
Leihen Sie kein Geld zum Spielen und nehmen Sie keinen Kredit auf, um weiterzuspielen. Versuchen Sie nicht, finanzielle Engpässe durch Glücksspiel auszugleichen. Wenn das Freizeitbudget aufgebraucht ist, sollte das Spielen beendet werden.
Versuchen Sie nicht, Verluste zurückzugewinnen
Nach einem Verlust entsteht leicht der Wunsch, diesen durch weiteres Spielen schnell auszugleichen. Dieses Verhalten wird häufig als „Verlusten hinterherjagen“ beschrieben. Es kann dazu führen, dass ursprünglich gesetzte Geld- und Zeitgrenzen überschritten werden.
Ein früherer Verlust erhöht nicht die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Gewinns. Einzelne Spielergebnisse bleiben zufallsabhängig. Wenn Sie merken, dass Sie nur noch weiterspielen, um einen Verlust zurückzugewinnen, beenden Sie das Spielen und schaffen Sie bewusst Abstand.
Warnsignale erkennen
Problematisches Spielverhalten entwickelt sich nicht immer plötzlich. Häufig zeigen sich zunächst Veränderungen im Alltag, im Umgang mit Geld oder in der Stimmung. Achten Sie insbesondere auf folgende Warnsignale:
- häufiger oder länger spielen als geplant;
- regelmäßig höhere Beträge einsetzen;
- Verluste unbedingt zurückgewinnen wollen;
- Geld leihen oder Verpflichtungen verschieben, um spielen zu können;
- Glücksspiel vor Familie, Freunden oder Partnern verheimlichen;
- Unruhe, Gereiztheit oder starke gedankliche Beschäftigung mit Glücksspiel;
- Arbeit, Studium, Schlaf oder soziale Kontakte vernachlässigen;
- trotz negativer Folgen weiterzuspielen.
Ein einzelnes Anzeichen bedeutet nicht automatisch, dass eine Abhängigkeit vorliegt. Mehrere wiederkehrende Warnsignale sollten jedoch ernst genommen werden.
Kurzer Selbstcheck
Folgende Fragen können helfen, das eigene Verhalten nüchtern einzuschätzen:
- Halte ich meine selbst gesetzten Geld- und Zeitgrenzen zuverlässig ein?
- Denke ich häufig ans Spielen, obwohl ich gerade andere Aufgaben habe?
- Habe ich in letzter Zeit höhere Beträge eingesetzt als ursprünglich geplant?
- Versuche ich nach Verlusten sofort weiterzuspielen?
- Habe ich schon einmal Glücksspielausgaben gegenüber anderen verheimlicht?
- Führt mein Spielverhalten zu Stress, Streit oder finanziellen Schwierigkeiten?
Wenn Sie mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, ist eine konsequente Spielpause sinnvoll. Eine unabhängige Beratungsstelle kann zusätzlich helfen, die Situation vertraulich einzuordnen.
Spielpause einlegen
Eine Spielpause kann ein wichtiger Schritt sein, wenn Grenzen schwer einzuhalten sind. Vermeiden Sie in dieser Zeit Situationen, die zum Spielen verleiten, und schaffen Sie alternative Freizeitaktivitäten.
Hilfreich kann sein, Bargeld und spontane Zahlungsmöglichkeiten bewusst zu begrenzen, vertraute Personen einzubeziehen und regelmäßige Termine außerhalb des Glücksspielumfelds zu planen. Wenn eine kurze Pause nicht ausreicht, sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden.
Hinweise für Angehörige und Freunde
Auch Angehörige können unter problematischem Spielverhalten leiden. Sprechen Sie Beobachtungen ruhig und konkret an, ohne finanzielle Verluste heimlich auszugleichen oder weiteres Spielen zu ermöglichen.
Setzen Sie klare Grenzen beim Verleihen von Geld und achten Sie auch auf die eigene Belastung. Beratungsstellen für Glücksspielprobleme unterstützen häufig nicht nur betroffene Spieler, sondern auch Partner, Familienangehörige und andere nahestehende Personen.
Jugendschutz und 18+
Glücksspiel ist ausschließlich für Personen ab 18 Jahren bestimmt. Minderjährige dürfen Glücksspielangebote in Spielhallen nicht nutzen. Die Altersbestätigung auf dieser Website dient als zusätzliche Zugangsschranke, ersetzt jedoch keine erforderliche Kontrolle vor Ort.
Eltern und Erziehungsberechtigte sollten darauf achten, dass Minderjährige keinen Zugriff auf persönliche Geräte, Zugangsdaten oder Zahlungsmittel erhalten, die im Zusammenhang mit Glücksspiel genutzt werden könnten.
Hilfe und Beratung
Wenn Glücksspiel finanzielle, soziale oder emotionale Probleme verursacht, suchen Sie frühzeitig Unterstützung. Geeignete Anlaufstellen sind staatlich anerkannte Suchtberatungsstellen, psychosoziale Beratungsangebote sowie spezialisierte Fachstellen für Glücksspielprobleme.
Eine Beratung kann dabei helfen, das eigene Verhalten zu verstehen, finanzielle Risiken zu begrenzen und konkrete nächste Schritte zu planen. Bei akuten finanziellen Problemen kann zusätzlich eine anerkannte Schuldnerberatung sinnvoll sein.
In einer akuten persönlichen Krise oder bei unmittelbarer Gefahr sollte unverzüglich professionelle Notfallhilfe in Anspruch genommen werden.